Samstag, 16. Juli 2011

Die Ostgebiete des Deutschen Reiches

Noch so ein Thema, an dem sich Nazis stundenlang aufgeilen könnten: Die nach dem Zweiten Weltkrieg verlorenen Ostgebiete des Deutschen Reiches.

Zunächst mal ist der Verlust der Ostgebiete einzig Hitlers Schuld, der den Krieg alleine begonnen hat (zu der ganzen Thematik Kriegsschuld schreibe ich demnächst auch noch etwas).
Dann frage ich mich, was ihr mit den Ostgebieten anfangen wollt? Warum wollt ihr die jetzt (2011) immer noch zurückhaben? Die Gebiete gehören seit 1945 faktisch nicht mehr zu Deutschland, seit 1990 mit dem 2+4-Vertrag auch juristisch verbindlich nicht mehr. Seit 1945 wurde der größte Teil der deutschen Bevölkerung vertrieben und Polen und Russen leben dort. Wollt ihr jetzt aus Rache die neuen Bewohner vertreiben? Dann seid ihr kaum besser als die, die die Deutschen vertrieben haben. Außerdem gehörten Schlesien und Hinterpommern in der Vergangenheit zu Polen (siehe diese Karte) und in Ostpreußen lebte vor der Eroberung durch den Deutschen Orden der baltische Stamm der Prußen. Eroberung und Vertreibung sind eurer Meinung nach also nur gut, wenn sie deutschen Interessen dient.
Ihr könnt euch insbesondere stundenlang darüber aufregen, dass die Deutschen ein angebliches Angebot der Russen über den Rückkauf Ostpreußens abgelehnt haben. Gerade bei Ostpreußen frage ich mich, was ihr damit wollt. Das Gebiet ist völlig heruntergekommen (siehe Wikipedia-Eintrag Oblast Kaliningrad) und ist vom deutschen Kernland abgetrennt, was die Versorgung erschwert. Euer Drang, Ostpreußen zurückzubekommen, ist einzig ideologisch begründet.

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